Geburt im Klinikum Marienlob*

 

Amok laufende Musterknaben

 

Können auch Institutionen narzisstisch sein? Offensichtlich ja. Die Prestigesucht im Klinikum Marienlob* treibt wahre Pestblüten, das belegt auch der zweite Fall, dessen Geschichte im Folgenden erzählt wird.

 

Das Klinikum Marienlob* versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass Details über diesen unfassbaren ärztlichen Übergriff bekannt werden, es hat den Bericht der Patientin auf der Bewertungsseite abändern lassen, obwohl er der Wahrheit entspricht und gut belegbar ist. Kein Wunder, dass die Verantwortlichen das Bekanntwerden mit Hilfe ihrer Anwälte-Armada unterdrücken, stellt die ungeheuerliche Vorgehensweise der Ärzte doch alle Behauptungen, hier werde qualitativ hochwertige Geburtshilfe geleistet, radikal infrage.

Hintergrund zu diesem Fallgeschehen bilden ökonomische Erwägungen deutscher Kliniken. Geburtshilfliche Abteilungen eignen sich offensichtlich sehr gut dazu, Patienten emotional an eine Klinik zu binden und werden deshalb zunehmend als Aushängeschilder benutzt. In diesem Zusammenhang will sich das Klinikum Marienlob* offenbar gerne das Alleinstellungsmerkmal „Extrem niedrige Kaiserschnittrate“ sichern, koste es die Mutter, was es wolle. Die Medien helfen durch oberflächliche und undifferenzierte Berichterstattung über zu hohe Schnittraten kräftig dabei mit, was für die Frauen fatale Konsequenzen hat.

 

 

Von der Komplikation zum Horrortrip

 

„Durch den hohen Blutverlust wurde mir noch ein zusätzlicher Schmerz zugefügt: Ich war derart geschwächt, dass ich mich an die ersten Wochen mit meinem Kind kaum erinnern kann. Diese Zeit verschwimmt wie im Nebel. Ich war zu schwach, um mein Kind zu halten und an die Brust zu legen. Es ist mir bis heute nicht gelungen, voll zu stillen. Es dauerte drei Wochen lang, bis sich dieser Nebel lichtete. Ich bin unendlich traurig darüber, dass mir diese Zeit geraubt wurde.“

 

Beginnen wir mit dem schrecklichen Ergebnis.

Bei dieser Geburt haben die Ärzte und Hebammen dieser Klinik nicht nur medizinisch alle Regeln in einer die Patientin und auch ihr Kind gefährdenden Weise missachtet, sondern auch ethisch und menschlich das Desaster nach allen Regeln der Kunst herbeigeführt. Der Geburtsbericht, für dessen Lektüre man starke Nerven braucht, ist ein eindrucksvolles Dokument der Verrohung. Letztere entlarvt sich nicht zuletzt in den verwendeten euphemistischen Begriffen, die das Personal benutzt, um sich reinzuwaschen und die Leiden der Gebärenden zu negieren. Es sagt alles über eine Klinik aus, wenn man das Patientenwohl dem eigenen Vorteil opfert, denn dem Wohl der Gebärenden kann eine derart monströse Vorgehensweise, aller Warnungen aus der Fachliteratur zum Trotz, nicht gedient haben. Das Verletzungsmuster lässt die unglaubliche Gewalteinwirkung erahnen, die angewandt wurde, um buchstäblich auf Biegen und Brechen einen Punkt für die Statistik der Klinik zu machen.

 

 

Verletzungsmuster wie aus dem Krimi

 

Ein Dammriss III. Grades, der zu mehreren Monaten andauernder  Stuhlinkontinenz führte, Harninkontinenz, mehrere Scheiden – und Schamlippenrisse, die Scheide der Länge nach regelrecht aufgeschlitzt mit enormem Blutverlust knapp an der Grenze zum hämorrhagischen Schock, irreversible Verletzungen innerer Muskelschichten des Beckenbodens und Senkung der Gebärmutter und Scheide, mindestens eines der  Bänder, mit dem die Scheide befestigt ist, wurde vom Knochen abgerissen. Diese schweren Verletzungen hätten von der Fachärztin versorgt werden müssen. Die Oberärztin aber, Urheberin des infernalischen Plans,  geht einfach, nachdem sie dieses Schlachtfest veranlasst hat und überlässt alles der Assistenzärztin, die der Sache natürlich überhaupt nicht gewachsen ist. Die Verletzungen werden stümperhaft genäht oder übersehen und eine Nachoperation wird nötig werden. Es wird hoffentlich niemandem schwerfallen, sich zumindest ansatzweise die kolossalen  Schmerzen dieser Gewalteinwirkung vorzustellen. Das Hinwegsetzen über stundenlanges Bitten um einen Kaiserschnitt, das völlige Ausgeliefertsein an das abgebrühte medizinische Personal und dessen Schuldzuweisungen („Sie müssen sich nur richtig bewegen…“), hinterlassen  zudem ein schweres psychisches Trauma.

16 Stunden hat man die Gebärende liegen lassen, trotz Komplikationen wie Lageanomalie und mangelnden Geburtsfortschritts, das alles bei nicht funktionierender PDA. Neun Stunden davon hat die Betroffene erklärt, sie könne nicht mehr und wolle einen Kaiserschnitt, ohne dass dies Beachtung gefunden hätte. Das Kind steckt, als man mit der verheerenden Maßnahme - dem unsachgemäßen Kristellern - beginnt, nach wie vor in der Beckenmitte fest. Man tut, was eine Todsünde in der Geburtshilfe ist: Die „Helfer“ stellen sich gemeinsam gegen die Gebärende und agieren und entscheiden über den Kopf der Frau hinweg. Unglaublich, aber wahr, verabreicht man trotz starker Wehen und nicht wirkender PDA gegen den ausdrücklich geäußerten Willen ein Wehenmittel. Das ist grausam und gefühllos und stellt eine strafbare Körperverletzung dar. Schließlich stemmt man sich – das Kind ist immer noch nicht ins Becken gerutscht – mit den Ellenbogen auf den Bauch der Gebärenden und drückt es 40 Minuten lang mit aller Gewalt aus der Mutter heraus. Die Gebärende, völlig erschöpft und von stärksten Schmerzen halb wahnsinnig, ist nicht mehr in der Lage, zu widersprechen oder sich irgendwie zur Wehr zu setzen. An keiner Stelle kommt das Selbstbestimmungsrecht, das der Frau zusteht, auch nur ansatzweise zum Tragen, es gibt auch keinerlei Aufklärung über drohende Schäden.

Am Ende stehen Oberärztin und Hebammen in einer riesigen Blutlache, sie haben gerade in einem beispiellosen Gewaltakt den Unterleib des Opfers ihrer Geburts-„Hilfe“ zerstört, der Kindsvater steht hilf - und machtlos daneben. Dennoch wird die Verletzte auf die Normalstation verlegt, das Nähen der schweren Geburtsverletzungen wird von der überforderten Assistenzärztin vermurkst. Man hält es nicht einmal für nötig, das Ergebnis durch einen Facharzt nachzukontrollieren. Zusammen mit den verschleiernden Formulierungen im Geburtsprotokoll, wie sie im Medizinjargon häufig anzutreffen sind, ein krasses Beispiel von Realitätsleugnung der Ärzte und Hebammen.

Neben den körperlichen Folgen vor allem mit der Zufügung des schweren psychischen Traumas haben diese Geburts-„Helfer“ eine Bombe im Leben der jungen Familie gelegt. Was es für die Lebensqualität bedeutet, wenn derart rücksichtslos vorgegangen wird, vermögen sich Nichtbetroffene nur schwer in der ganzen Tragweite vorzustellen.

 

„Nach den Feststellungen der Ärzte dort sind die körperlichen Folgen der Geburt größtenteils irreversibel und ich habe ein erhöhtes Risiko für Folgeschäden im Alter: Erneute Stuhl- und Harninkontinenz, Senkungen von Scheide und Gebärmutter und Verlust der Gebärmutter. Meine Krankenkasse hat bereits ein medizinisches Gutachten in Auftrag gegeben. Ich fühle mich vergewaltigt und genital verstümmelt. Die möglichen Spätfolgen im Alter ängstigen mich stark. Psychisch bin ich derart traumatisiert, dass ich auch nach zahlreichen Gesprächen mit meinem Partner und Therapeuten immer noch alle paar Tage weinend zusammenbreche und nachts wachliege.“

 

Jedes Gewaltopfer wird damit konfrontiert: Das Umfeld reagiert mit Unverständnis, man möge sich doch bitte abfinden und zum Alltag zurückkehren, es hätte doch keinen Sinn, sich weiter damit zu befassen. Spuren der körperlichen aber auch psychischen Gewalt schreiben sich jedoch in jede einzelne Körperzelle ein. Viele Ehen halten die regelmäßig eintretenden Folgen solcher Traumata nicht aus. Auch die Sexualität der von gewalttätiger Geburtshilfe Betroffenen leidet schwer, zusammengefasst im Begriff „Lost-Penis-Syndrom“. Dass dieses Thema stark tabuisiert ist und Ärzte auch alles tun und leider auch die Macht haben, den Diskurs zu unterdrücken, macht es für die Opfer noch schlimmer. Die Allermeisten schweigen, es wird zum Eigenschutz stark verdrängt und das Schamgefühl tut ein Übriges.

 

 

„Sie werden keine Jungfrau mehr!“

 

Als Patientin der Urogynäkologie wird die Betroffene, als in ihrer Schilderung des Geschehens Kritik an den Geburtshelfern anklingt, auf das Gröbste abgekanzelt: „Sie werden keine Jungfrau mehr!“ und ähnliche Entgleisungen muss sich das Opfer ärztlicher Gewalt anhören. Schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass von Ärztinnen, die in der Urogynäkologie tätig sind, über 80 % mit Wunschkaiserschnitt entbinden. Der gute alte Mediziner-Korpsgeist lässt schön grüßen.

Die Psychotraumatologieforschung spricht hier vom regelmäßig zu beobachtenden Mechanismus der Opferbeschuldigung. Mit anderen Worten: Die Opfer sind neuerlichen Verletzungen ausgesetzt und auch wieder, wenn es um juristische Aufarbeitung geht. Die deutsche Justiz verweigert Patienten die Durchsetzung ihrer Rechte. Rechte, die man nicht durchsetzen kann, bestehen nicht und so ergibt sich für Deutschland die menschenrechtswidrige Situation, dass Patienten den Übergriffen von Ärzten schutzlos ausgeliefert sind.

 

Weiterlesen: Kristellern aus wissenschaftlicher Sicht

http://www.unsinkbar.org/in-der-katholischen-klinik/kristellern-wissenschaftlich-gesehen.html

 

 

 

 

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Nachweise werden in Kürze nachgetragen